ecoleben Penzberg

Mehrfamilienhaus Penzberg (Bild: TUM)

Auftraggeber

Krämmel
Wohn- und Gewerbebau GmbH
82515 Wolfratshausen

Organisation

Projektplattform Energie
der Technischen Universität München
in Kooperation mit dem Bayerischen Bauindustrieverband

Laufzeit

05/2014 – 06/2015

Kurzzusammenfassung

Penzberg hat im Jahr 2011 ein „Integriertes Energie- und Klimaschutzkonzept“ veröffentlicht. In diesem Konzept soll aufgezeigt werden, wie die Stadt bis 2020 den CO2-Ausstoß um 40% reduzieren kann. Bereits 40% des Stromverbrauchs der Stadt werden durch erneuerbare Energie gedeckt. Die Stadt hat sich als Ziel gesetzt, im Strombereich energieautark zu werden.

Das Wohnungsbauprojekt „Städischer Hartplatz“ kann für die Gemeinde Penzberg ein öffentlichkeitswirksames Vorzeigeobjekt zur Realisierung des Energie- und Klimaschutzkonzeptes sein. Interdisziplinäre Zusammenarbeit trägt erheblich zur Realisierung dieser Ziele bei. Durch die globalen Klimaschutzziele entsteht im Bauwesen die dringende Notwendigkeit, die Energieeffizienz und Nachhaltigkeit von Gebäuden und Quartierenzu erhöhen. Nachhaltiges Bauen soll sich aber auch in ökonomischer Hinsicht lohnen.

Ziel des Bauvorhabens „Städtischer Hartplatz, Penzberg“ ist es somit, eine innovative und zugleich nachhaltige Wohnsiedlung zu schaffen, die eine städtebaulich, gestalterisch, funktional, ökologisch und wirtschaftlich optimale Lösung darstellt. Die Siedlung besteht aus neun Reihenhäusern (II+DG), drei Punkthäusern (2xII+DG; 1xIII+DG) und zwei Mehrfamilienhäusern (III+DG) mit insgesamt 57 Wohneinheiten, inklusive einer Tiefgarage mit 108 Pkw-Stellplätzen.

Im Rahmen der Planung des Bauvorhabens wird versucht, für diese heterogene Wohnsiedlungsstruktur unter Verwendung von ökologischen Baustoffen und Lowtech-Lösungen ein integratives Gesamtkonzept zu entwickeln. Dabei wird für das Wohnquartier der Niedrigstenergiestandard KfW-Effizienzhaus 55 aus dem Förderprogramm 153 „EnergieeffizientBauen“ angestrebt. Zusätzlich ist es das Ziel, den für die KfW-Anforderungen reduzierten Jahresprimärenergiebedarf um weitere 25% zusenken. Dies bedeutet, dass er maximal 41,25% des EnEV-Referenzgebäudes betragen darf.

Von den sieben Wohngebäuden sollen zwei Mehrfamilienhäuser in Hybridbauweise errichtet werden, das Mehrfamilienhaus A und das Punkthaus D. Die Häuser bestehen dabei aus einer massiven Tragstruktur (Stahlbeton-Schottenbauweise mit tragenden Innenwänden) und einer vorgefertigten Holztafelelementfassade. Diese Mischbauweise wird seit einigen Jahren entwickelt und stark gefördert. Idee ist, eine langlebigeTragstruktur mit den ökologischen und bauphysikalischen Vorteilen der Holztafelelementfassade zuverbinden. Die Reihenhäuser, Punkthaus C und E sowie das MFH B sollen in konventioneller Bauweise erstellt werden. Demnach soll bei diesem Bauvorhabendie herkömmliche Massivbauweise der Hybridbauweise direkt gegenübergestellt werden. Die Vor- und Nachteile im Bereich der Ökobilanz und Bauphysik werden dokumentiert und ausgewertet. Die Konzeptentwicklung zur Energieversorgung und Gebäudetechnik wird dargestellt und analysiert. Darüber hinaus können Bauzeiten und Montageaufwand direkt miteinander verglichen werden.

Bearbeiter

Dipl.-Ing. (FH) Christina Dotzler, M.Eng.
Daniel Kierdorf, M.Sc.
Dipl.-Ing. Patricia Schneider
Dipl.-Ing. Jakob Schneegans
Dipl.-Ing. René Stein
Projektgruppe „Fassadenelemente für Hybridbauweisen“
Lilly Brauner
Pierre Keller-Psathopoulos